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Édouard Manet / Le Buveur d’absinthe (Der Absinthtrinker), 1859.
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Ein Bild Manets musste dem derart geschulten Auge schlichtweg unfertig vorkommen. Auf seinem Frühwerk “Der Absinthtrinker” (1858/59) verzichtet er weitgehend auf Halbtöne und taucht den verlebten Mann in den harten Hell-Dunkel-Kontrast der nächtlichen Gasbeleuchtung. Das Bild hat kaum Tiefe, einzelne Farbtupfer scheinen einander abzustoßen, insgesamt wirkt das Porträt geradezu schemenhaft. Im Bildvordergrund gibt eine umgestürzte, offensichtlich bereits geleerte Flasche den entscheidenden Hinweis, dass der junge Manet etwas ganz und gar Ungewöhnliches gewagt hatte: Er setzte die umnachtete Selbstwahrnehmung des Trinkers mit ins Bild. Mit seinem berühmten Freund Charles Baudelaire teilte Manet zudem den Anspruch, die moderne Realität mit zeitgemäßen Mitteln abzubilden. Also malte er Alltagsszenen, die weder dem Publikum noch den führenden Malern seiner Zeit bildwürdig erschienen.
DANDY DER AVANTGARDE