Das Volk ist Opium des Volkes.
Détournement: Theodor W. Adorno
(via noxe)
Wer sich in Erinnerung an den Untergang der Titanic demütig-zufrieden die Hände reibt, weil der Eisberg dem Fortschrittsgedanken den ersten Stoß versetzt habe, vergißt oder unterschlägt, daß der im übrigen keineswegs schicksalhafte Unglücksfall Maßnahmen veranlaßte, welche ungeplante Naturkatastrophen der Schiffahrt im folgenden halben Jahrhundert verhüteten. Ein Stück Dialektik des Fortschritts ist, daß die geschichtlichen Rückschläge, die selbst vom Fortschrittsprinzip angezettelt werden […], auch die Bedingung dafür beistellen, daß die Menschheit Mittel findet, sie in Zukunft zu vermeiden.
Adorno, MM.
I’m the most terrific liar you ever saw in your life. It’s awful. If I’m on my way to the store to buy a magazine, even, and somebody asks me where I’m going, I’m liable to say I’m going to the opera. It’s terrible.
J.D. Salinger, The Catcher in the Rye
Es ist die Welt, die uns in der Lüge gefangen hält. Das Ganze ist das Unwahre.
(Quelle: blua)
»Im neunzehnten Jahrhundert haben die Deutschen ihren Traum gemalt, und es ist allemal Gemüse daraus geworden. Die Franzosen brauchten nur Gemüse zu malen, und es war schon ein Traum.«
Theodor W. Adorno: Minima Moralia S. 54.
»Das große Ich enthüllt die Blindheit der Monaden als Verblendung. Eine theoretisch wie moralisch bedenkliche Manifestation solcher Verblendung ist heute von ganz besonderer Bedeutung, wenn unter dem Firmenzeichen postmoderner Strömungen Realität in einer raffinierten, oft skurrilen Semantik schlechthin geleugnet wird. Realität leugnen heißt aber (…) Abwendung von der Realität des Leidens der menschlichen und außermenschlichen Kreatur. Der Ersatz der Realität etwa durch den Begriff des Simulakrum, die leichtfertige Liquidierung des kritischen Verhältnisses zum hic et nunc, ist ein - ich möchte fast sagen - ontologisches Sich-sperren gegen jede Veränderung. So wird implizit jeder auf radikale gerichtete Wille, jeder politische Wille, der Lächerlichkeit preisgegeben. Dies ist eine Travestie dessen, was Adorno meint, wenn er vom beschädigten Leben spricht. Solche moralisch-politische Indifferenz wird ausgedehnt auf den Begriff des Subjekts selber, dessen angebliche totale Fragilität - oder besser Überflüssigkeit - stets aufs neue proklamiert wird. Daß der Begriff und die Ideologie des Individuums zu problematisieren sind, mußten wir nicht erst in den postmodernen Salons lernen. Diese Problematisierung wird im gesamten Korpus der Kritischen Theorie thematisiert. Im Diskurs von der Liquidation, dem Tod, dem Schwinden und Verschwinden des Subjekts wird die Absage an jede intersubjektive kritische Interpretation und damit an die Möglichkeit des Potentials einer leidfreieren Gesellschaft explizit und implizit mitgedacht. Die Vergleichgültigung des Menschen verbietet jedes Bewußtsein historischer Kontinuität und macht Geschichte zu einem Verfallsprodukt.«
Leo Löwenthal in seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung des Theodor-W.-Adorno-Preises 1989 der Stadt Frankfurt am Main.
(Quelle: hintergrundrauschen)
»Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.«
Theodor W. Adorno, Minima Moralia